Juli 2010
Schweizer Singles: 50 Prozent suchen Partner online
Rund die Hälfte aller Singles in der Schweiz sucht dazu Online-Partnerbörsen auf. Und mehr als jede/r siebte Befragte (15%) gab an, mindestens schon einmal einen Partner oder eine Partnerin übers Internet gefunden zu haben.
Gemäss der in der deutschen und französischen Schweiz durchgeführten repräsentativen Online-Umfrage spielt das Internet insbesondere in der Altersgruppe der 20- bis 39-Jährigen eine wichtige Rolle als Partnervermittler: 18% aller Frauen und Männer in dieser Altersgruppe geben an, dank dem Internet schon mindestens einmal einen Partner bzw. eine Partnerin kennengelernt zu haben.
Unterschiedlich ist je nach Alterssegment, wo auf dem Internet man seine Partnerin oder seinen Partner gefunden hat. Während für die Altersgruppe bis 29 Jahre vor allem Social Networks oder Chatrooms (je 38%) eine wichtige Rolle spielen, sind dies bei den 30-Jährigen und Älteren in erster Linie die Online-Partnerbörsen (64%).
Insgesamt hat rund die Hälfte (48%) all jener Befragten, die bereits einmal einen Partner oder eine Partnerin via Internet gefunden haben, diese/n dank einer Online-Partnerbörse kennengelernt. „Dies widerspiegelt den Trend, dass Social Networks vor allem zur allgemeinen Kontaktpflege genutzt werden, während Partnerbörsen ganz gezielt von Personen besucht werden, die auf eine längerfristige Partnerschaft aus und deshalb meist auch etwas älter sind“, sagt Martin Dobner, Geschäftsführer von PARSHIP.ch.
Neue Partnerschaft: Das Urteil der Freunde spielt eine wichtige Rolle
Die Wahl einer neuen Partnerin oder eines neuen Partners ist ein Entscheid, bei dem auch das eigene Umfeld eine wichtige Rolle spielt. Gemäss der PARSHIP.ch-Studie messen 75% der Befragten dem Urteil von Freunden und Familien über die neue Partnerschaft eine wichtige bis sehr wichtige Bedeutung zu. Nur 5% sagen, dass es ihnen egal ist, was das eigene Umfeld über die neue Beziehung denkt.
Insbesondere Frauen legen grossen Wert auf die Meinung von Freunden und Familie: 36% gaben an, die Akzeptanz des neuen Partners durch das soziale Umfeld sei für sie „sehr wichtig“; bei den Männern gilt dies für 25%. Für weitere 46% der Frauen und Männer ist die Beurteilung der neuen Beziehung durch das Umfeld „eher wichtig“.
Wenn es um die Frage geht, auf wen man punkto neue Partnerin oder neuer Partner am meisten hört, ist der Fall klar: Rund 35% der befragten Frauen und Männer gaben an, dass der beste Freund beziehungsweise die beste Freundin für sie die wichtigste Bezugsperson sei. Dahinter folgen die eigenen Kinder (20%) und Bekannten (19%).
Demgegenüber kommt den Eltern (15%) und Geschwistern (12%) bei der Beeinflussung der Partnerwahl nur noch eine untergeordnete Bedeutung zu. „In unserer Kultur haben wir uns weit entfernt von der arrangierten Heirat, die auf der Welt noch immer sehr verbreitet ist», sagt der Paartherapeut Klaus Heer, der an der Präsentation der neuen Single-Studie in Zürich teilnahm. „Mit wem wir uns paaren, betrachten wir als unsere rein emotionale Entscheidung.“
Wenn das soziale Umfeld zunächst negativ auf einen neuen Partner oder eine neue Partnerin reagiert, dann versuchen die meisten Betroffenen (46%) zwischen ihrer neuen Beziehung und der eigenen Familie und Freunden zu vermitteln. Weitere rund 33% unternehmen nichts und hoffen, dass sich die Spannungen von allein legen werden. Rund jeder und jede Achte (12%) allerdings überdenken in einem solchen Fall die neue Beziehung.
Dabei tun dies die Frauen (15%) deutlich öfter als die Männer (9%). Auch regional zeigen sich diesbezüglich Unterschiede: Während in der französischen Schweiz 15% der Befragten angaben, bei Kritik aus dem eigenen Umfeld eine neue Beziehung zu überdenken, waren es in der deutschen Schweiz lediglich 11%.
Die repräsentative Studie von PARSHIP.ch wurde durch das Markt- und Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com durchgeführt, das auf Online-Befragungen spezialisiert ist. Befragt wurden zwischen dem 1. und 13. Juli 2010 in der deutschen und französischen Schweiz insgesamt 1‘000 Personen im Alter zwischen 14 und 69 Jahren.